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Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Sa 4. Dez 2010, 21:32
von mimoriga
"Verzeiht mir meine Unwissenheit, Amon..." Ich spüre wie mir mein Herz fast schwer wird. Amon klingt ein wenig beleidigt, etwas, das ich nicht beabsichtigt hatte. Mein Blick schwimmt förmlich im Wasser, will abtauchen.
"Ich wollte euch nicht zu Nahe treten..."

Verfasst: Sa 4. Dez 2010, 21:32
von Anzeige

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: So 5. Dez 2010, 12:31
von Aiya
Lachend winkte Amon mit der Hand ab. "Scheinbar klang ich wesentlich ernster als ich es gemeint hatte." Ihre sensible Reaktion überraschte ihn. Bislang war es nicht wichtig gewesen, ob er durch Worte gekränkt wurde. Man trat ihn die meiste Zeit mit Stiefeln, wenn er schon am Boden lag. Celestine war mitunter die Erste, die ihn mit Respekt behandelte und ihn scheinbar für gleichgestellt hielt. Dies war eine seltene Erfahrung, doch sie war sehr angenehm. "Immerhin ist es mein Leben. So wirklich schrecklich kann es nicht gewesen sein, wenn ich noch lache", versuchte er sie etwas aufzuheitern. "Ich möchte nur, dass Ihr wisst, dass Ihr ein Angebot abschlagt, sollte man Euch das freie Leben auf der Straße anbieten. Es ist nicht im geringsten frei, oder gar ehrbar. Und auch nicht sauber und stolz. Um sein Überleben zu kämpfen, Tag für Tag tut man eigentlich nur Dinge, die keineswegs mit Ehre zu tun haben. Am Ende muss man vergessen, um sich nicht zu übergeben, wenn man daran denkt was man alles getan hat." Es war durchaus so, dass man irgendwann abstumpfte und Dinge hinnahm. Egal wie grausam oder dreckig sie waren. "Wenn Ihr nach Freiheit sucht, dann würde ich euch empfehlen die Definition von Freiheit zu überdenken." Im Endeffekt war niemand frei. Weder ein Straßendieb, noch ein König.

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Mi 8. Dez 2010, 00:00
von Mobius
Erinnerungen an meine Schwester plagen mich. Etwas das selten geschieht. Die Gewohnheit zu schnitzen habe ich mir wegen ihr angeeignet. Ursprünglich stellte ich das Spielzeug für sie her. Gewohnheit die ich mir nie abgewöhnt habe.
Mein Blick glitt an den den Konturen der Lepi-Figur in meinen Händen entlang. Hie und da bessere ich noch einige unschöne Kanten ab und bessere einige Kanten aus. Schliesslich blicke ich das beendete Stück in meinen Händen an und nicke zufrieden. Das Messer wird eingesteckt, das Spielzeug liegen gelassen.
"Gute Nacht.", rufe ich dem Päarchen entgegen nachdem ich mich erhoben habe und bewege mich zu den Kajüten, wo ich mich kurz darauf in einer Hängematte einniste und in der sanften Wiege des Schiffes rasch einschlafe.

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Sa 11. Dez 2010, 12:48
von Schicksal
Zeit und Wetter
Die Nacht schreitet voran und wird nur dunkler als nach dem Mond auch die Sterne hinter den dunklen Wolken verschwinden. Die Temperatur sinkt weiter. Weit im Osten ist zu sehen, wie Blitze die selben Wolken erhellen.

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Sa 11. Dez 2010, 22:16
von Sakura
"Sonst war doch meine Orientierung recht gut..." Kopfschüttelnd läuft Laine durch die Gänge und sucht noch immer ihre Kabine. Plötzlich fiel ihr ein kleines Kämmerchen auf. Ein Laken hing dort aufgespannt und zwei Matten waren befestigt. "Ich glaube hier." Sie betretet den Raum und legt sich in die Matte. Es war ungewohnt, aber bequem. Und schnell schlief sie ein.

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Fr 24. Dez 2010, 02:15
von mimoriga
Nachdenklich lausche ich Amons Worten, die auch über ihn Bände sprechen. "Ich werde es mir zu Herzen nehmen, Amon. Seid euch dessen sicher." Mit einem leichten Lächeln wende ich mich ihm zu. "Es ist schon eigenartig, wie Glück von jedem empfunden wird... und wie wenig man letztendlich darüber weiß..." Kurz werfe ich Salo einen Blick zu, als er sich von uns verabschiedet und sich zum Schlafen zurück zieht. Ich stelle fest, dass ich trotz der letzten anstrengenden Stunden kaum Müdigkeit oder Erschöpfung spüren kann.
"Seid ihr müde, Amon?"

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Fr 24. Dez 2010, 15:16
von Aiya
Glück war wohl wirklich reine Ansichtssache. Da stimmte Amon mit Celestine wortlos überein. Ein Nicken hatte ihre Worte bestätigt. Um sich ein wenig zu bewegen, nahm er Abstand von der Reling und streckte das Kreuz durch. Dann beobachtete auch er, dass Salo verschwand. Laine war auch nirgends mehr zu sehen. Wie es schien waren sie allein, denn auch von den Matrosen war kaum einer zu erblicken. Irgendwie fühlte es sich angenehm und seltsam zugleich an. Diese Unsicherheit gefiel ihm nicht. Dennoch zeigte sich ein Lächeln auf seinen Lippen, als er Celestines Frage hörte. Er schüttelte den Kopf. "Nicht wirklich. Vielleicht liegt es an dem Wissen, wie es unter Deck bald riechen mag." Lachend lehnte er sich wieder an die Reling, nahm sie jedoch in den Rücken und betrachtete mehr das Schiff samt Segel. Er schwieg einen Moment lang, dann sah er zu ihr herüber. "Fühlt Ihr euch unwohl?"

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: So 26. Dez 2010, 20:33
von mimoriga
Amons Frage kommt unerwartet. "Nein. Und ihr euch?" Ich lasse meinen Blick über das Wasser zum Horizont und dann über das Deck des Schiffes wandern. "Die Stille ist beruhigend für mich..." Ich begreife, dass es für Amon ein wenig seltsam klingen kann. Zumindest habe ich bisher noch keine andere Reaktion als Argwohn erlebt.
Irgendwann strecke ich mich ein wenig, neige den Kopf nach rechts und links, merke dass mich die letzten Tage mehr als angespannt haben. Was in den nächsten Tagen nur folgen mag...

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: So 26. Dez 2010, 22:48
von Aiya
"Nein, nein. Ganz gewiss nicht", versicherte er Celestine und beobachtete sie mit ihrem Blick hinaus auf das Meer.
"Das verstehe ich nur zu gut, wobei mich die absolute Stille auch immer etwas beunruhigt. Am Ende höre ich meine eigenen seltsamen Gedanken und das wäre einfach zu gruselig", sponn Amon vor sich hin. "Aber immer, wenn der Abend voller Trubel und geheuchelter Fröhlichkeit war, bin ich gern hinaus in die Nacht gegangen und habe tief durchgeatmet." Selbiges tat er jetzt mit einem tiefen, genüsslichen Atemzug. "Da gibt es diesen sachten Unterton in der Stille, so verrückt das auch klingen mag. Für mich klingt es wie ein Surren, das mich oftmals dazu antrieb zu verharren und weiter zu lauschen." Er konnte auch sehr gesprächig sein, wenn es ihm leicht über die Zunge ging. "Dennoch hat man nicht häufig Zeit solch eine Ruhe zu genießen...Vielleicht sollte ich schweigen, um den Moment nicht zu zerstören." Lachend wartete er Celestines Reaktion ab. Sie war ein Rätsel für ihn.

Re: Die Hohe See

BeitragVerfasst: Mo 27. Dez 2010, 00:51
von mimoriga
Lächelnd höre ich Amon zu, wie er heiter vor sich hin erzählt. Es ist angenehm ihm zuzuhören, es lässt mich zum ersten Mal seit Tagen eine Leichtigkeit fühlen, die ich schon seit Wochen nicht mehr verspürt hatte. Daher nehme ich ihm seine Erzähllust auch nicht weiter übel.
"Ich weiß, was ihr meint. Aber manchmal macht mir selbst dieses Surren ein wenig ... Angst... und ich bin froh, jemandem zuhören zu können. Darum macht euch keine Sorgen."
Es ist schön einfach mal mit jemandem frei heraus reden zu können, ohne auf irgendeine Etikette acht geben zu müssen.