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Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Mi 3. Jun 2009, 19:34
von Schicksal
Der Hof
Es hat inzwischen begonnen zu regnen. Die Tropfen sind gross und fallen mit ausserordentlicher Wucht auf Land und Dächer.
Der Weg ist kurz. Nur der Hof trennt Kishari vom Stall.
Innen
Der Mann grinst breit, stellt einen frischen Krug Bier hin und weist auf den Hocker neben den anderen Mann.
"In letzter Zeit hielten viele Zwerge hier an.", beginnt der Mann ein Gespräch, "Was führt euch alle hier in den Süden?"
Verfasst: Mi 3. Jun 2009, 19:34
von Anzeige
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Mi 3. Jun 2009, 20:08
von Aiya
Mit einem knappen Nicken verschwand Kishari nach draußen und zog in einer fließenden Bewegung die Kapuze wieder über ihren Kopf. Als die Tür hinter ihr ins Schloss fiel blieb sie stehen. Der Regen tropfte bereits unaufhörlich und die großen Tropfen ließen sich leicht auf ihrem Körper ausmachen. Es waren recht derbe und kühle Berührungen, die der Himmel austeilte. Tiefer durchatmend ließ sie ihren Blick langsam über den Hof gleiten, bis hin zum Stall. Sehr träge setzte sie ihre Schritte, beinahe automatisch.
Der Stall war trocken und sehr viel wärmer. Der Geruch des Strohs beruhigte sofort Kisharis Nerven. Ihre Hand glitt unter die Kapuze und zog sie bedächtig vom Kopf. Schließlich legte sie den gesamten Umhang ab und hängte ihn an einen Nagel, der in einem Pfosten steckte. "Korykos", flüsterte sie und trat auf den schwarzen Hengst zu. Ihr Reisegepäck ließ sie neben sich sinken, als sie zu ihrem Pferd trat und ihm sanft über die Nüstern strich. Ihre Stirn an seinen Hals gelegt atmete Kishari den bekannten Geruch ein. Erneut wisperte sie den Namen des Tieres, dem treuen Gefolge ihres Freundes. Ihre Freunde...zum ersten Mal ließ sie in der einsamen Ruhe des Stalls ihrer inneren Leere freien Lauf. Tränen kämpften sich auf und flossen in leisem Schluchzen ihre Wangen herab. Der Druck fiel von ihr ab und machte einem hoffnungslosen Brennen in ihrem Körper Platz.
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Mi 3. Jun 2009, 20:38
von Xelrath
Ich setze mich zu dem Mann auf den Hocker. Nach einem kräftigem Schluck, wische ich mir mit dem Handrücken durch den Bart. "Aye. Technik ist gefragt, wisst ihr? Aber ich reise eigentlich gerade wieder nach Norden. Habt'n gutes Bier."
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Mi 3. Jun 2009, 21:11
von Schicksal
Der Mann
"Joa, mein Vetter braut's", antwortet er mit dankender Miene.
"Andere Zwerge haben mir erklärt, dass sie wegen der Miene im Süden, dem Aussenposten auf Ibuwatak, nach Süden reisen. Andere wegen dem Spiel, das hier in Grenzstadt ja gut vertreten ist und bei euch verboten.", er schenkt sich selber Glühwein ein und fügt dann mit leicht bedrückter Stimme, "Aber letztens scheinen auch Leute nach Grenzstadt zu kommen wegen dem Schwarzmarkt."
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
So 14. Jun 2009, 13:45
von Xelrath
"Hmm..Jaja, eure Stadt ist voll mit allen möglichen Gelüsten." Ich trinke weiter mein Bier. "Ich bin ja nicht zum ersten mal hier."
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
So 14. Jun 2009, 16:32
von Schicksal
Der Gastgeber und der Besoffene
"Und, was treibt Sie in unsere kleine Stadt?", fragt er und leert das Glas Glühwein mit einem Zug.
Der Mann neben Andreas, der anscheinend schon einiges getrunken hat, hebt plötzlich den Kopf, blickt den Zwerg schief an, zeigt beschuldigend mit dem Zeigefinger auf ihn und sagt etwas unverständlich: "Die...die Kopfgelder! Was schonscht! Bald wird dieee gansche Schtad voll von dieschen...dieschen Kopfgeldjägern schein!"
Im Stall
Kishari ist alleine mit Andreas' Pony, ihrem Pferd und drei unbekannten Pferden im Stall. Nur eine Katze blickt noch von einem Fass aus gelangweilt rüber. Der Regen hämmert beständig gegen das Dach. Zwischendurch erhellt ein Blitz den dunklen Raum. Kurz darauf folgt ein lauter Donner.
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
So 14. Jun 2009, 18:23
von Xelrath
"Wir sind nur auf der Durchreise nach Rauta, vorerst. Sie hat persönliche Dinge mit den Attentätern zu regeln." ich drehe mich ernsthaft zu dem Betrunkenen um und erhebe meine Faust "Und hinter eurem wertlosen geld sind wir sowieso nicht her." Ich trinke das Bier aus. "Jetzt wirds aber Zeit, diese Tagesreisen sind antrengend." Wieder lächelnd gebe ich dem Wirt die Bezahlung für das Bier und trete kurz hinaus. "Shari, komm, wir hauen uns besser hin!"
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Mi 17. Jun 2009, 09:34
von Aiya
Im Stall war es dunkel, bis auf die Einwirkung der Blitze in beinahe regelmäßigen Abständen. Der Geruch von Korykos und dem Stroh beruhigte Kishari, während sich ihre Tränen in der tiefen Trauer die sie empfand nach außen wagten. Ihr Rappe hielt brav still, rieb dann und wann seine Nüstern an ihrem Oberschenkel und stellte nur immer wieder die Ohren auf wenn es donnerte. Irgendwann, nicht einmal so lang wie Kishari gedacht hatte, floss keine einzige Träne mehr. Ihr Körper wurde von trockenen Schluchzern geschüttelt, doch die ernüchternden Gefühle der Hofflungslosigkeit und Einsamkeit blieben bestehen. Kurz bewegte sich Andreas Pony, dann drehte Kishari ihren Kopf in die Richtung der Stalltür und zum Haus. War das Andreas Stimme gewesen? Kurz schniefend wischte sie sich die letzten Spuren der Tränen von den Wangen und kraulte Korykos kurz. Man würde an ihren roten Augen sehen können, was sie im Stall getan hatte, aber sie hatte noch die tiefe Kapuze ihres Umhangs. Mit der linken Hand hob sie ihr Gepäck auf, mit der Rechten warf sie sich den Umhang über und trat dann in den Regen hinaus. Ein Blitz erhellte den Himmel als sie aus dem Stall trat und der darauffolgende Donner ließ den Boden beben. In größeren Schritten bewegte sich Kishari zum Gasthaus und zur Eingagstür. Als sie eintrat sah sie zuerst Andreas. "Welches Zimmer ist das unsere?", fragte sie mit gefasster Stimme, nahm aber die Kapuze des Umhangs auf ihrem Weg nicht ab. Andreas durfte gern wissen wie es ihr ging, aber den anderen sollte es nicht weiter auffallen. Im Inneren war noch immer die oberste Regel, dass sie eine fröhliche Tänzerin war, allein zur Unterhaltung anderer ausgelegt.
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Do 18. Jun 2009, 02:19
von Schicksal
Zimmer 8
Die Treppe hoch steht man in einem Gang, der vom leisen Gemurmel aus einem Zimmer und den Achnarchen aus anderen. Geht man den Gang entlang bis zur Mitte, steht man vor einer Türe mit der aufgemalten Nummer 8. Die Acht ist von Hand gemalt und mit filigranen Mustern verziert.
Das Zimmer ist Rechteckig und nicht besonders gross. Es gibt einen billigen Spiegel an der Wand und unter den Betten, die auf den gegenüberliegenden Seiten des Raums aufgestellt sind, gibt es Staufächer. Die Betten sind genau wie der Rest der Möbel schlicht gehalten. Mehr robust als schön. Man hört das beständige Hämmern des Regens und den grollenden Donner. Es ist trocken und es zieht auch nicht.
Re: Ländereien - Fürstentum Avilion

Verfasst:
Fr 19. Jun 2009, 17:03
von Aiya
Recht dunkel war der Gang und doch konnte man die Zimmernummern deutlich erkennen. "Zimmer Nummer Acht?", fragte Kishari leise und sah zu dem Zimmer herüber von dem aus Gemurmel vernehmbar war. Um diese Zeit noch wach zu sein war nicht außergewöhnlich. Daher lenkte sie ihre Aufmerksamkeit wieder vollständig auf ihr gemeinsames Zimmer. Nachdem sie die Tür geöffnet hatte, warf sie einen schnellen Blick in den kleinen und kargen Raum. Ihre Sachen stellte sie neben dem Bett auf der rechten Seite des Zimmers ab und legte dann den Umhang über das Bettende, damit er wieder trocken wurde. "Dann schlafen wir wohl besser gleich und reiten morgen möglichst früh weiter." Mit einem Blick zum Spiegel tasteten ihre Finger der rechten Hand leicht über ihre verheulten Augen. Dann setzte Kishari sich auf die Bettkante und zog ihre Stiefel aus, seufzte dabei ein wenig erleichtert. Herrlich sitzen zu können und sich ausruhen zu dürfen. So ließ sie sich müde auf das Bett fallen, den Blick zur Decke gerichtet. Wenn Andreas noch etwas wollte, durfte er sie gern ansprechen.