Music playing: John Williams - The Chairman's Waltz
von Mimoriga » Sa 2. Mai 2009, 13:35
Ich lausche noch, wie Kennans Schritte im Gang immer leiser zu vernehmen sind.
Früher... liegt im Meer vergraben...
Totenstille umgibt mich. Ein leerer Bankettsaal umgibt mich. Nicht wissend, was ich als nächtes tun soll, stürme ich ebenfalls aus dem Saal, jedoch nicht in Richtung der Schlafsäle, sondern in Richtung Ausgang. Ich brauche Luft. Freiraum.
Wortlos rausche ich an den Wachen vorbei auf dem Palastplatz. Ich bleibe vor den Lazarettzelten stehen. Schließlich nähere ich mich dem Totenzelt um es zu betreten. Ich muss wissen, wer aus meiner Mannschaft noch leben könnte.
Schweigend, mir ein Tuch vor Nase und Mund haltend, passiere ich Trauernde, die um ihre toten Liebsten weinen. Der süßliche Geruch setzt sich in meiner Nase fest.
Irgendwann bleibe ich vor einer Gruppe stehen.
Wir sagen nichts, während wir uns schweigend ansehen. Vor uns liegen die leblosen Körper unseres Steuermanns, sowie unseres Ausrufers, der gerade 20 Jahre alt geworden ist.
Der Rest meiner Mannschaft scheint mit einem Schrecken und dem ein oder anderen gebrochenen Knochen davon gekommen zu sein. Ich höre, dass sie nicht rechtzeitig genug losgegangen waren, um einen Platz in den ersten Reihen zu ergattern. Ich höre unseren Koch noch sagen:
"Als hätten wir's im Urin gehabt..."
Dann schweigen wir. Für den Abend verabreden wir uns am Hafen, bei unserem Schiff, zunächst ohne Gepäck.
Dann trennen sich unsere Wege. Für Verabredungen, Besuche bei Verwandten, Freunden, für Besorgungen.
Alleine gehe ich nun durch die Gassen. Irrend.