Re: Avilion Stadt - Fürstentum Avilion
von Aiya » Do 30. Apr 2009, 11:18
Ein wenig verwirrt sah Kishari auf die Münzen in ihrer Handfläche herab, nickte aber Andreas verstehend zu und steckte die klimpernden Metallstücke in ein kleines Geldsäckchen, das sie in ihren rechten Stiefel gleiten ließ. Das war das erste Mal seit Langem, dass sie Geld nicht gestohlen sondern geschenkt bekommen hatte. Ohne weitere Worte lief sie dann zu dem anderen Zelt herüber und sah sich um. Auf den ersten Blick erkannte sie keinen ihrer Freunde. Dennoch konnte sie es nicht mit Sicherheit sagen. Noch immer waren massenhaft Menschen anwesend. Sie sah sich um, erblickte eine zitternde Frau, deren Hände wenig ausrichten würden um einen Verband anzulegen. "Verzeihen Sie, ich werde das machen. Ruhen Sie sich aus", meinte Kishari freundlich und übernahm die Aufgabe der provisorischen Schwester. Kurz begrüßte sie das blutende Opfer und machte sich dann fingerfertig an das Werk. So viel Blut, so viele Schmerzen. Jedoch konnte sie sich zusammenreißen. Nun folgte sie einer Spur aus Zerstörung und versuchte mit Bandagen Brüche zu sabilisieren und tiefe Wunden vom bluten abzuhalten. Die Heiler in all ihrer Macht waren doch zu schwach um alle Verletzten versorgen zu können. Wengistens wurden die kritischen Fälle weniger und Kishari brauchte sich nicht mehr um zu schreckliche Verletzungen sorgen. Schließlich waren die Stoffbänder alle und sie selbst ziemlich erschöpft. In der Nacht würden sie so manche gequälten Gesichter sicherlich aufsuchen, aber hilfreich zu sein war das oberste Gebot. Noch immer hatte sie keinen ihrer Freunde erkannt. Mit einem längeren Blick sah sie herüber zu dem Zelt in dem die Toten lagen. Mit einem mulmigen Gefühl betrat sie das Zelt, erkannte an der bunten Kleidung erst ihre Freundin, dann andere Gaukler. Entsetzt starrte sie auf die reglosen Körper herab, unfähig sich zu bewegen, unfähig zu denken oder gar eine emotionale Regung zu beweisen. Nun wusste sie bescheid, wusste was geschehen war. Besser sie hätte ihre Neugierde unterdrückt.