Re: Alkorta - Kaiserreich Asier
von Aiya » Sa 27. Mär 2010, 22:48
Aus Heiterkeit wurde recht schnell Anspannung und Sorge in Kisharis Gesicht. Sie hatte nicht gedacht, dass diese Geschichte erneut in ihr Leben treten würde. "Ich weiß nicht wie viel du über meinen Beruf weißt, aber wir sind nicht einfach teure Freudenmädchen." Mit einem traurigen Lächeln sah sie in den leeren Raum vor sich. "An Abenden an denen die einsamen Herren aus gesellschaftlichen Gründen Zweisamkeit brauchen, stehen wir bereit für sie. Wir unterhalten Männer, begleiten sie zu allerhand Veranstaltungen, wo sie mit uns angeben können. Den hohen Herren ist bewusst was wir sind, doch Schönheit und Jugend erhöht die Macht eines Mannes auch in diesen Kreisen. Es geht darum einem Mann zu vermitteln, dass er begehrenswert ist. Dennoch endet unser Dienst an der Schlafzimmertür. Es ist ein Verbot mit dem Kunden privat zu werden. Man handelt sich selbst nur Ärger damit ein. Jedoch...denken diese Männer, dass sie mit ihrem Geld alles könnten." Sie schwieg einen Moment nachdenklich. "Ich bin seit zwei Jahren Unterhalterin. Nach bereits einem Jahren im Geschäft hatte ich einen gehobenen Ruf, sodass ich mir auch den Adel erarbeiten konnte. Der ältere Herr, der vorhin in den Saal trat war einer meiner Kunden. Es war ein langer und sehr luxuriöser Abend. Unsere Wege trennten sich an seiner Tür, so wie verabredet, doch er war wohl kein Mann dem das Wort 'Nein' viel bedeutete. Er wurde handgreiflich und sperrte mich in sein Zimmer. Wir rangelten, bis ich ihm mit Sporen aus meinem Ring die Kraft raubte. Caro hatte mir diesen Ring für genau solche Fälle geschenkt. Es ist nicht gefährlich oder giftig, aber es paralysiert den Körper. Außer mir, verängstigt und zugleich frustriert von seiner Dreistigkeit stahl ich ihm die Kleidung vom Körper und aus den Schränken. Ich nahm auch seinen Schmuck an mich, jeden einzelnen Ring von seinen Wurstfingern. Aus dem Fenster gestiegen zerriss ich mir zwar das Kleid, doch das war es wert. Den Sack mit seiner Kleidung warf ich in eine Gasse, mit dem Wissen dass die Stoffe ihre Dienste an anderen Körpern tun würden. Den Schmuck verkaufte ich. Es war das erste Mal, dass ich so viel Geld besaß. Wir machten uns auf in die nächste Stadt und ließen es uns gut gehen." Ihre Zungenspitze befeuchtete ihre Lippen kurz. "Wenn er mich wiedererkennt, dann werde ich wohl wenig auf Nachsicht hoffen können."